Harrington's M Konzept und Inflection Points in SnG´s

Dan Harrington's M-Konzept und Inflection Points
– Können diese Konzepte in SNGs effektiv verwendet werden?

Oft wird es in Foren diskutiert, ein andermal wird es als Teil einer Handanalyse angegeben. Das Konzept wurde ursprünglich von Dan Harrington geprägt und durch seine Buchserie ‘Harrington On Holdem’ auf der ganzen Welt bekannt. Dieser Artikel beschreibt, ob dieses Konzept auch bei SNGs verwendet werden kann, obwohl es ursprünglich für Multi-Table Pokerturniere geschaffen wurde.

Harrington’s M, Inflection Points und Effective M – Definitionen:

‘M’ errechnet sich einfach aus dem Verhältnis der Höhe Ihrer Blinds (bzw. Antes) zu Ihrem aktuellen Chip-Stack. ‘M’ wird wie folgt berechnet: Ihre Chips werden durch die Grundeinsätze (Blinds und Antes) dividiert, die pro Runde gesetzt werden müssen. Haben Sie zum Beispiel 1500 Chips bei Blinds von 20/10(ohne Ante), dann beträgt Ihr ‘M’–Wert 1500/30 oder 50. Später mit 3000 Chips und 200/100 Blinds wäre Ihr M-Wert 10.

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Die ‘Inflection Points’ helfen dabei, das Spiel dem Turnierverlauf optimal anzupassen. Dadurch kann man bestimmen in welcher M-Zone man sich befindet und welche Strategie in dieser Zone vonnöten ist, um optimale Turnierchancen zu haben. Zum Beispiel mit einem M-Wert von mehr als 50 befinden Sie sich in der grünen Zone und haben eine maximale Flexibilität, was die Spielzüge anbelangt. Mit einem M-Wert von weniger als 5 befinden Sie sich in der roten Zone, wobei Sie bei jeder Gelegenheit All-In pushen sollten… Also alle Zonen haben ihre typischen strategischen Spielzüge. Die Inflection Points werden als Wendepunkte zwischen diesen Zonen betrachtet. Effektiver M-Wert – Die Berechnung des M-Wertes setzt einen voll besetzten Tisch mit 9 bis 10 Spielern voraus.  Bei Short-Handed Spielen empfehlt Harrington den effektiven M-Wert zu verwenden. Dabei sollten Sie nun den aktuellen M-Wert durch die Anzahl der verbliebenen Spieler am Tisch dividieren. Nehmen wir das vorige Beispiel mit 3000 Chips und 200/100 Blinds. Wären nur 6 Spieler im Spiel verblieben, würde Ihr M-Wert nur 6 betragen – da nur 60% Spieler im Vergleich zu einem vollen Tisch vorhanden sind.

Dan Harrington's Poker Theory – Relating M To SNG Play Zone By Zone

Ok. Ist es also möglich, den M-Wert und die Inflection Points in SNG-Spielen effektiv zu verwenden?? Schließlich wurde das M-Konzept extra für Multi-Table Turnieren erdacht. Nehmen wir jetzt Harrington’s Zonen unter die Lupe und sehen wir uns an, ob der M-Wert und die empfohlenen Spielzüge wirklich einen Sinn ergeben…

Level Zone What To Do
1 Grüne Zone Ihr M ist über 20. Sie haben ausreichend Chips und verfügen über eine maximale Flexibilität bezüglich der Spielzüge.
2 Gelbe Zone Ihr M ist zwischen 10 und 20. Harrington empfehlt Ihnen hier viel looser und aggressiver zu spielen, um zu vermeiden, dass die Blinds Sie einholen. Hände wie Suited Connectors oder kleine Paare sind hier nicht mehr so effektiv.
3 Orange Zone Ihr M ist zwischen 6 und 10. Da Sie nicht mehr in der Lage sind, Resteals durchzuführen, müssen Sie noch aggressiver spielen um im Turnier zu bleiben.
4 Rote Zone Ihr M ist 5 oder weniger. Sie haben alle Möglichkeiten verloren, clevere Moves zu machen. Ihre einzige Möglichkeit ist All-In zu gehen oder auszusteigen.
5 Tote Zone Ihr M ist weniger als 1. Tja, was kann man dazu sagen? Sie sind leider so gut wie tot.

Also in einem durchschnittlichen SNG würden Sie sich auf den ersten 3 Levels in der grünen Zone befinden, normalerweise ohne Ihren Stack wesentlich zu vergrößern. Level 3 Blinds sind 50/25 und mit 1500 Chips beträgt Ihr M=20. Da in dieser Phase oft schon 1 bis 2 Spieler ausscheiden, wird der effektive M-Wert in der Regel ein bisschen kleiner sein. Hier und da können Sie vielleicht noch einige kleinere Pötte gewinnen. Bis dahin alles wunderbar - wir sind ja in der grünen Zone. Wir haben einen durchschnittlichen Stack von 2250 und die Blinds sind 100/50. 6 Spieler sind von  ursprünglichen 9 verblieben. Ihr effektives M ist jetzt (2250/150)/(6/9) = 10. OK, so viel zu der gelben Zone. Es scheint so als hätten wir die Gelbe Zone übersprungen und direkt zu der orangen Zone gelangt.

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An diesem Punkt beginnen die Gedanken von Harrington für SNG Turnier Spieler zu versagen. Laut Harrington sind Sie nicht mehr in der Lage, Resteals durchzuführen, aber mit 22 Big Blinds ergibt dies keinen Sinn. Jemand raist auf 300, wird von einem anderen Spieler gecallt und Sie können mit all Ihrem Stack All-In gehen. Sie haben genügend Chips für eine solche Aktion! Also wenn ein Re-Steal in der Orangen Zone in einem SNG immer noch effektiv ist, an welchem Punkt hört es auf effektiv zu sein. Und wie groß müsste Ihr M-Wert zu diesem Zeitpunkt sein?? Ich finde wir sollten die Blinds bis auf 400/200 A25 erhöhen, bevor wir die Möglichkeit für einen Re-Steal völlig verlieren… Nehmen wir an 4 Spieler sind noch im Spiel. Der durchschnittliche Stack beträgt 3375. M würde jetzt 3375/700 oder 4.8 und das effektive M 4/9 des Stacks oder 2.13 betragen. Jemand raist jetzt um das 3fache des BB auf 1200… An diesem Punkt beträgt der Pot 1900 und Sie raisen auf 3375, dann beträgt der Pot 5275 und es kostet den Raiser nur 2075 Chips um zu callen. Dies sind mehr als 2,5/1 Odds und wird so mit fast allen Händen ein einfacher Call. Aber Moment mal! Laut Harrington sollten Sie jedes Mal wenn Sie die Möglichkeit haben den Pot zu eröffnen All-In gehen. Während dies vorteilhaft ist, wenn die Gegner auf der Bubble tight sind, erfordert Ihr Spiel bei Blinds 200 / 100 oft mehr Flexibilität. Als Schlussfolgerung kann festgestellt werden, dass es 2 Grundprobleme bezüglich der Theorie der Inflection Points und des effektiven M-Wertes in SNGs gibt: Es gibt keine gelbe Zone und die orange + rote Zonen sind an den Tischen unrealistisch.

Dan Harrington's M - An Alternative View Of Your SNG Chipstack

Meiner Meinung nach sollten wir uns während eines SNG Turniers an der Anzahl der Big Blinds orientieren. Dies ist einfach und effektiv. Die wichtigste Zahl ist hier 10 Big Blinds – Unter dieser Zahl lohnt es sich All-In zu gehen, um die Blinds Pre-Flop zu gewinnen. Außerdem werden Sie nicht mehr in der Lage sein einen Standard Raise durchzuführen ohne eine Monsterhand zu haben. Auf ein Re-Raise zu folden würde nämlich Ihren Stack zu stark dezimieren. Möchten Sie herausfinden, auf welcher Seite Sie die besten SNG Turniere finden können? Und welche die fischigsten von denen sind? Probieren Sie noch heute unser! Fish-O-Meter Widget () aus!

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