PokerStars 180 Spieler SNGs Teil3 – Der letzte Tisch

Erst am letzten Tisch der PokerStars 180 Spieler SNGs beginnen die großen Gewinne. Lesen Sie dazu hier unseren unschätzbaren Strategie Guide!

Dies ist der 3. Teil unserer 180 Spieler SNG Serie, wobei sich Teil 1 mit Fakten und Zahlen und Teil 2 mit den verschiedenen Strategien befasste. Hier behandeln wir ausschließlich die Strategie für letzten Tisch – Sie haben zwar schon etwas Geld sicher, aber jetzt ist es Zeit den Gewinn zu maximieren!

Durch das Beobachten der letzten Tische können Sie wertvolle Informationen sammeln, die Sie gegen die verbleibenden Gegner ausnutzen können. Beobachten Sie die Standard Einsätze der Gegner und dazu  ihre gespielte Hände. Notieren Sie es sich, wenn deren Einsätze von der Handstärke abhängen.

 

Bevor wir mit dem Artikel fortfahren, zeigen wir Ihnen noch die Auszahlungsstruktur für den Final Table des 180 Spieler SNG. Diese hier gehört zu dem Turnier mit $8 Buy-In, kann aber ganz einfach auf die Limits von $2,5 und $15 umgerechnet werden.

  • 1st: $396.49c
  • 2nd: $264.24
  • 3rd: $150.61
  • 4th: $97.76
  • 5th: $76.62
  • 6th: $56.81
  • 7th: $39.63
  • 8th: $29.06
  • 9th: $19.81
  • 10th to 18th: $12.55
  • 19th to 27th: $8.58

Die Auszahlungen steigen in Richtung der ersten Plätze wesentlich stärker an. In der Tat ist der Preis für den ersten Platz 25mal höher als für den neunten Platzes. Betrachten Sie für einen Moment die niedrigeren Plätze. Schauen Sie sich den Unterschied im Preisgeld zwischen den Plätzen 8 und 9 an. Dieser beträgt gerademal $9. Ähnlich verhält es sich bei einer Auszahlungsstufe weiter höher. Der 7. Platz ergibt einen zusätzlichen Betrag von nur $16.20. Es sollte klar sein, dass es Ihr Ziel ist, das gesamte Turnier zu gewinnen und nicht nur in der Rangliste höher zu steigen.

Abgesehen vom ICM und der Preispool Equity gibt es noch zwei andere wichtige Punkte, die unsere Entscheidungen am Final Table beeinflussen:

  1. Stack-Größen. Hier bestimmen die verschiedenen Stacks die gesamte Spieldynamik. Wo sitzen die großen und kleinen Stacks? Verfügen die von Ihnen links sitzenden Spieler über eine Stack-Größe, die es erschwert Blind-Steals einfach zu callen? Gibt es ein Micro-Stack, auf dessen Ausscheiden andere Spieler warten können?
  2. spielerische Tendenzen. Wer spielt aggressiv oder passiv und wie viele Hände spielen Ihre Gegenspieler? Wessen Ziel ist es, nur in der Auszahlung etwas höher zu steigen und wer hat das Ziel, das Spiel zu gewinnen? Beachten Sie besonders die Spieler, die ihre Hände nach einem Raise oft folden oder die, die regelmäßig callen!

 

Im Folgenden behandeln wir die $Equity Ihrer Chips mit Hilfe des ICM. Wer damit noch nicht vertraut ist kann eine Menge an Hintergrundinformationen in unserer Liste der SNG Startegie Artikel finden. Für den weiteren Artikel setzen wir voraus, dass sie schon über grundsätzliche Kenntnisse über dieses Thema verfügen.

Wenn wir den letzten Tisch erreicht haben, verbleiben nur noch 9 Spieler mit einer durchschnittlichen Stack-Größe von 30,000 Chips. Der Anteil am Preispool bei ausgeglichenen Stackgrößen beträgt für jeden einzelnen $173.8. Sehen wir uns nun folgende Situation an: zwei Spieler gehen All-In, wobei einer seinen Stack verdoppelt und der andere auf Platz 9 ausscheidet. Wir wissen, dass der Gewinn an zusätzlicher $Equity bei 60,000 Chips nicht mit den zusätzlichen 30,000 Chips gleichzusetzen ist. Genauer betrachtet werden wir Folgendes sehen: die Equity des Double-Stacked Spieler steigt auf „nur“ $270 – das ist aber trotzdem ein schöner Aufschwung. Die anderen Spieler am Tisch haben durch das Ausscheiden des Neuntplatzierten ebenfalls ihre Chancen erhöht, die Top-Plätze zu erreichen. Somit steigt auch deren $Equity leicht – jeweils um etwa 15$.

Welche Schlüsse ziehen wir aus den bisherigen Erkenntnissen, wir befinden uns nämlich in einem Dilemma. Unser Ziel ist es einen der Top-Plätze zu erreichen, aber der Gewinn durch den Double Up (extra $95) ist das Risiko (Verlust von $173) anhand der $Equity eigentlich nicht wert.

Hier müssen wir weiter denken. Erstens geht hier um eine mathematische All-In Konfrontation. Die beste Strategie ist in der Tat solche Situationen zu vermeiden, wenn Ihr Stack nicht groß genug ist. Ist Ihr Stack zu klein, benötigen Sie einen sehr großen (min. 70 prozentigen) Vorteil gegen eine gegnerische Handrange.

Andererseits funktioniert diese Mathematik auch umgekehrt. So wie Sie eine große Hand brauchen, um ein All-In zu callen, braucht Ihr Gegner genauso eine große Hand, um Ihr All-In zu callen. Hier sind Ihre Reads gefragt um mit solchen Waffen wie Steal und Re-Steal effektiv zu taktieren. Der Schlüssel besteht darin, selbst All-In zu pushen und nur mit Top-Händen zu callen. Viele Spieler versuchen einfach nur zu überleben um in der Rangliste etwas höher zu steigen. Nutzen Sie diesen Umstand so oft wie möglich zu Ihrem Vorteil aus!

Bei den letzten Spielern ist die Aggression der Schlüssel zum Erfolg. Viele Spieler werden nämlich lieber tighter spielen, also unnötige Risiken einzugehen, da die Auszahlungen im Vergleich zum Buy-In hier schon viel größer sind.

180 SNG Final Table – die letzten 3 Spieler, das All-In / Fold Spiel

Angenommen wir haben einen Stack von 90,000 Chips bei einen Preispool mit einer Auszahlung von (50% / 30% / 20%) (damit das Rechnen einfacher wird) auf einem Blind Level von 4000 / 8000. 3 Spieler sind im Spiel verblieben und der Small Blind pusht in Ihren Big Blind – Sie sollten folgendermaßen gegen verschiedene Handranges callen:

  • Der Gegner pusht mit nahezu 30% seiner Hände (jedes Pocket Paar, jedes Ass, alle Broadway´s  und K8o+) – Sie können gegen diese Range mit max. 8% Ihrer Hände profitabel callen (77+ oder A10o+)
  • Der Gegner pusht mit nahezu 50% seiner Hände (jedes Pocket Paar, jedes Ass, jeder King, Q4o+ J8o+ und mittlere Suited Connectors) – Sie können dagegen mit max. 13% der Hände profitabel callen (66+, A8o+, KTs+ und KQo)
  • Der Gegner pusht mit 100% seiner Hände – sie können Ihre Call Range bis auf 33% der Hände vegrößern (jedes Paar, Ass, K7o+, Q9o+ und hohe Suited Connectors).

Natürlich verändern sich diese Ranges leicht durch verschiedene Faktoren – Für weitere Informationen bezüglich der Fälle, in denen Sie das ICM nicht anwenden sollten, sehen Sie sich unseren Bericht über die Einführung zum ICM an!

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